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<title>Andreas Iten: Gedaken</title><link>http://www.andreas-iten.ch/index.php</link><description>Gedanken</description><dc:language>de-ch</dc:language><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><dc:rights>Copyright 2009 Andreas Iten</dc:rights><dc:date>2011-08-08T18:51:36+02:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Mo., 8 Aug 2011 18:52:37 +0200</lastBuildDate><item><title>Zum Plakat: Masseneinwanderung stoppen&#x21;</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2011-08-08T18:51:36+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/84c795815b72d8bb32996b14e512e6c7-19.html#unique-entry-id-19</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/84c795815b72d8bb32996b14e512e6c7-19.html#unique-entry-id-19</guid><content:encoded><![CDATA[Als ich heute in Zug gem&uuml;tlich einen Kaffee trank, ging mein Blick auf das genannte Plakat. Da trompetete ein Satz durch meinen Kopf: T&auml;gg t&auml;gg t&auml;gg &ndash; sie marschieren wieder, die M&auml;nner mit den Stiefeln, und folgen einem F&uuml;hrer. Nicht etwa, dass die Einwanderung von Ausl&auml;ndern nicht als Problem diskutiert werden sollte, aber nicht so pauschal und in einer Marschrichtung. Die meisten Ausl&auml;nder, die in den letzten Jahren in die Schweiz gekommen sind, haben die Wirtschaft, die Klein- und Grossunternehmen, die Spit&auml;ler, die Dienstleistungsbetriebe bis hin zu Universit&auml;ten geholt. Das geschah nicht etwa uneigenn&uuml;tzig. Darf man nicht auch von der SVP verlangen, dass sie dieses Problem differenziert angeht und differenzierte Aussagen macht? Es tut einem weh, wenn man denken muss, dass die Marschierenden einen Abdruck ihres Stiefels auf dem weissen Kreuz im roten Feld hinterlassen.]]></content:encoded></item><item><title>W&#x26;uuml;rdigung des Werkes von Franz Kaufmann</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2010-11-27T17:46:08+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/84bab96b64b411b386cb16fd08ee1bf5-17.html#unique-entry-id-17</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/84bab96b64b411b386cb16fd08ee1bf5-17.html#unique-entry-id-17</guid><content:encoded><![CDATA[Vernissage vom 10. November 2010 im Theater in Sursse<br /><br />Stiftungsratspr&auml;sident, Urs Korner, hat angek&uuml;ndigt, dass ich noch einige Pers&ouml;nlichkeiten speziell begr&uuml;ssen werde.<br /> <br />Anwesend sind Dr. Franz Peter, Direktor der AKS und Klara Naef, Mitglied des Herausgeberteams. Besondere Verdienste hat sich f&uuml;r dieses Buch, wie f&uuml;r die fr&uuml;heren f&uuml;nf B&auml;nde, Dr. Urspeter Schelbert, erworben. Er besorgte das Lektorat und &uuml;berwachte die Drucklegung. Sie werden ihn im Gespr&auml;ch mit dem Verfasser des Buches noch kennen lernen.<br /> <br />Stiftungsratspr&auml;sident Urs Korner ist in seiner Begr&uuml;ssung bereits auf das Werk von Franz Kaufmann eingegangen. Er hat zwei treffende Zitate vorgetragen. Die zitierten Stellen messen die Spannweite des kleinen Buches ab. Es reicht von der Gr&uuml;ndung des Lucerne Festivals von 1928 bis in die Neuzeit. Das kleine Werk umfasst aber auch die Spannweite des interessanten Lebens, das der Autor selber durchschritten hat. Es sch&ouml;pft dabei aus pers&ouml;nlichen Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen. Damit erh&auml;lt es eine ganz besondere F&auml;rbung.<br /> <br />Franz Kaufmann lebt in Sempach-Station. Er war von 1965 bis 1999 Kantonsschullehrer in Luzern und Reussb&uuml;hl. 1992 gr&uuml;ndete er die Knaben- und M&auml;dchenkantorei, die ihm heute die Ehre gibt.<br /> <br />Als im Jahr 2006 sein Buch &laquo;Sind Sie kultiviert?&raquo; herauskam, schickte mir Franz Kaufmann die Schrift. Ich las sie interessiert. Und als die Idee entstand, bei der AKS die Reihe &laquo;Innerschweiz auf dem Weg ins Heute&raquo;  herauszugeben, war es wie ein Massstab. Die B&uuml;cher sollten &auml;hnlich aussehen und den gleichen Umfang bekommen.<br /> <br />Ich zitiere aus dem Werk &laquo;Sind Sie kultiviert?&raquo; eine Stelle. Sie kann verst&auml;ndlich machen, warum es mich ansprach. Franz Kaufmann schreibt: &laquo;Wir kommen nie &uuml;ber das Gr&uuml;beln hinaus, wenn wir das Ich &uuml;ber seinen unz&auml;hligen wechselnden Inhalten zu definieren versuchen. Wohl aber l&auml;sst sich das Ich charakterisieren, indem man die Konstellation der jeweiligen (oft unbewussten) Identifikationstendenzen beschreibt.&raquo; Wir erkennen uns selbst nicht &uuml;ber das, was uns allt&auml;glich besch&auml;ftigt, was wir lesen, was wir aufnehmen, verwerfen, woran wir uns wechselnd h&auml;ngen, wor&uuml;ber wir uns &auml;rgern, sondern an dem, was uns dauernd besch&auml;ftigt, womit wir uns ein Leben lang auseinandersetzen und identifizieren.<br /> <br />Wir suchten also nach Autorinnen und Autoren, von denen wir wussten, dass sie bestimmte Identifikationstendenzen, um Kaufmanns Wort zu gebrauchen, verfolgen. Die Hingabe  an eine bestimmte Sache, hier an die Musik, formt und bildet den Charakter eines Menschen.<br /> <br />Und nun liegt ein Werk vor, das beschreibt, womit sich der Verfasser im tiefsten Grund seiner Pers&ouml;nlichkeit ein Leben lang identifiziert hat. Das macht seine Ausf&uuml;hrungen besonders lesenswert. Ich will die Behauptung begr&uuml;nden.<br /> <br />In der Schrift &laquo;Musik erleben, lernen und geniessen&raquo; sp&uuml;rt man das pers&ouml;nliche Engagement und damit gleichsam die Seele des Verfassers. Das fasziniert bei der Lekt&uuml;re. Da schreibt ein Mensch ein Werk, der ohne Musik nicht zu verstehen ist, der ohne Musik nicht h&auml;tte leben k&ouml;nnen. Franz Kaufmann erz&auml;hlt, wie die Musik ihn bereichert und wie sie das Kulturleben in der Innerschweiz belebt hat. Die Musikszene wird so lebendig und sie bekommt ihrerseits eine Seele.<br /> <br />Es geht in dem Werk nicht um das l&uuml;ckenlose Aufz&auml;hlen von musikalischen Ereignissen und Verdiensten. Das w&auml;re gar nicht zu schaffen. Es geht um die ganz pers&ouml;nliche Identifikation eines Kenners mit verschiedenen musikalischen Erlebnisfeldern. Im Verlauf der Lekt&uuml;re sp&uuml;rt die Leserin, der Leser, wie sich der Autor selbst wundert, wie sich das Musikleben in der Innerschweiz w&auml;hrend der Jahre seines Lebens vielf&auml;ltig entfaltet hat. Kaufmanns Bewunderung gilt nicht nur den Auff&uuml;hrungen im KKL und im Musiktheater, sondern auch den hochstehenden Konzerten der Blasmusik, des Jazz&rsquo; und des Jodelns.<br /> <br />Die Leserin und der Leser geraten w&auml;hrend der Lekt&uuml;re immer tiefer auf die Spur von Kaufmanns innersten Neigungen, etwa, wenn sie die Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber die Orgel lesen. Ihr widmet er ein wunderbares Kapitel, nicht zuletzt, weil er als Knabe ganz nahe bei der Orgel stand. Franz Kaufmann erinnert daran in zwei S&auml;tzen:<br />&laquo;Nach den Liedern, die wir daheim zu Vaters Handorgel und in der Schule zu Lehrer Hans Marfurts Klavier sangen, ging mir die Orgel &hellip;musikalisch am fr&uuml;hesten ans Herz. Daran sind mein Onkel Hans Schneider und der Sempacher Organist Fritz Steger schuld.&raquo;<br />Im Elternhaus und beim Orgelspiel in der Kirche fand die fr&uuml;he Pr&auml;gung des Knaben statt. Wie sollte er ihr sp&auml;ter entgehen k&ouml;nnen? Wie sollte die Musik nicht zu seinem Identifikationsfeld werden und damit, neben dem Beruf, sein Leben bestimmen?<br /> <br />In dem Werk &laquo;Sind Sie kultiviert?&raquo; schildert Kaufmann dem Sch&uuml;ler Albert, worauf es ankommt, ein kultivierter Mensch zu werden. Dort lese ich: &laquo;Und seine Sprachbeherrschung wird ebenso schicksalhaft sein wie die Beherrschung des Schweigens &hellip;&raquo;  Dieser Satz spielt in das vorliegende Werk hinein. Wir stossen auf diesen Grundgedanken in der feinen kurzen Er&ouml;rterung des Chorals, der heute nur noch, so Franz Kaufmann, auf &laquo;europ&auml;ischen Inseln der Innerlichkeit&raquo; lebt. Beim Choral, der noch immer gepflegt werde, handle es sich um den Ausdruck zur&uuml;ckgenommener Kraft. Er l&auml;sst dazu Pater Karl Wallner sprechen: &laquo;Wer Gregorianik singen will, braucht Kraft. Das Zarte und &Auml;therische am Choral kommt nicht daher, dass die S&auml;nger die T&ouml;ne gerade mal hauchen, sondern es kommt aus dem Zur&uuml;cknehmen des Kr&auml;ftigen und Starken, aus dem h&ouml;renden Einf&uuml;gen der Stimme in den Klangk&ouml;rper der Gemeinschaft.&raquo; Wie klingt diese Einsicht leise in einer laut gewordenen Welt! Wir leben nicht in einer Zeit des Sich-Zur&uuml;cknehmens, und doch ist das Schweigen im richtigen Moment oft st&auml;rker als das laute drauflos  trommeln. Vielleicht dachte Franz Kaufmann, als er &uuml;ber die Gregorianik schrieb, an das Wort des Psalmisten: &laquo;Herr, gib meiner Zunge eine gute Wache.&raquo;<br /> <br />Daran hat er sich bei der Niederschrift des vorliegenden Werkes gehalten: &laquo;Herr, gib meiner Schreibhand eine gute Wache.&raquo; Denn auch dort, wo er durchaus zeitkritische T&ouml;ne anschl&auml;gt, tritt er nicht belehrend oder moralisierend auf, sondern immer sachbezogen. Wir haben es aus dem von Urs Korner zitierten Text zum Musiktheater Luzern herausgeh&ouml;rt. Und wir k&ouml;nnen es lesen, wenn er sich Gedanken zu den heutigen Musikschulen macht, wo er ausf&uuml;hrt, wie der gr&ouml;sste Nutzen aus dem Musikunterricht gewonnen werden kann. Er hat selber erlebt, wie wichtig ein guter Unterricht ist. Er &uuml;bte und spielte in der Kindheit Cello. Er schreibt: &laquo;Als ich &ndash; Jahre sp&auml;ter &ndash; in Luzern regul&auml;re Stunden nahm, lernte ich allerdings auch die fatale Seite des Learning by doing kennen: Meine linke Hand hatte sich jahrelang verkrampft und solche Fehlhaltungen sind nicht mehr auszumerzen. Seither weiss ich, dass der Musiksch&uuml;ler am Anfang und am Schluss den besten Lehrer braucht.&raquo;  Gilt diese Regel nicht auch beim gew&ouml;hnlichen Volksschulunterricht?<br /> <br />Bei der Schilderung der Musikszene Innerschweiz ger&auml;t Franz Kaufmann immer wieder auf kleine Umwege und dabei wird  seine lebensphilosophische Grundhaltung sp&uuml;rbar. Er sagt etwa: &laquo;Ich f&uuml;hre mein Leben nicht, ich &lsaquo;unterziehe&rsaquo; mich ihm.&raquo; Es gebe, sagt er dann, zwei Grundformen der Lebensgestaltung: &laquo;Es gibt einfach jene, welche planen, sich Ziele setzen, rationale Mittel einsetzen und dann bis zum letzten k&auml;mpfen. Die andern warten auf Impulse, &uuml;berlassen sich der Intuition, dem Kairos; letztlich glauben sie an einen unbewussten innern Lebensplan, den sie &lsaquo;nur&rsaquo; auszuf&uuml;hren haben.&raquo; Der Kairos ist bei den Griechen jener Moment, in dem Entscheidendes im Leben passiert. F&uuml;r diese seltenen Sternstunden muss der Mensch offen und bereit sein. Oft ist es diejenige, der sich bereith&auml;lt und dann den Augenblick ergreift, um sch&ouml;pferisch neue Wege gehen zu k&ouml;nnen. Wird der dann zu seinem Erfolg befragt, gibt er offen zu, er h&auml;tte halt Gl&uuml;ck gehabt. Er konnte den Kairos packen, carpe diem, packe den Tag, pfl&uuml;cke die reife Frucht. Das geht freilich nicht ohne Begabung. &Uuml;bung und K&ouml;nnen.<br /> <br />Einen solchen Augenblick hat Franz Kaufmann mit der Gr&uuml;ndung der Knaben und M&auml;dchen Kantorei gepackt. Dabei ist ihm und seinen Kollegen etwas Grossartiges gelungen. Und heute fragt er sich, was die Kinder und Jugendlichen beim Musizieren f&uuml;r das Leben mitnehmen, und er antwortet ganz bescheiden, &laquo;Plastizit&auml;t und Stil; Umgangsformen als einge&uuml;bter Ausdruck von Empathie &hellip;&raquo; Und sagt dann: &laquo;Das ist ein durchaus valables und h&auml;ufig untersch&auml;tztes Lernziel. Wir erstreben es f&uuml;r die Knaben und M&auml;dchen der Luzerner Kantorei, aber wir erwarten nicht viel mehr.&raquo;<br /> <br />Und war nicht stilvoll, was uns die Kantorei unter der Leitung von Eberhard Rex vorgetragen hat? War hier nicht eine einge&uuml;bte Empathie zu sp&uuml;ren und konnte man nicht beobachten, wie eine Einheit durch das gegenseitige Aufeinanderh&ouml;ren beim Vortrag entstanden ist? Der Chor hat uns verzaubert. Herzlichen Dank und Gratulation.<br />Und:<br />Danke f&uuml;r die Aufmerksamkeit<br /> <br />Andreas Iten]]></content:encoded></item><item><title>Elisabeth Blunschy-Steiner - erste Nationalratspr&#x26;auml;sidentin</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2010-08-05T15:32:07+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/a56822a9703825054c93425747fe5991-15.html#unique-entry-id-15</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/a56822a9703825054c93425747fe5991-15.html#unique-entry-id-15</guid><content:encoded><![CDATA[Wir feiern heute das Erscheinen eines kleinen Werkes von und &uuml;ber Elisabeth Blunschy-Steiner, verfasst von ihr selber und von Heidy Gasser. Es ist aber ebenso ein Werk &uuml;ber das Funktionieren der staatlichen Institutionen, der Schweizerischen Demokratie und ihrer Zivilgesellschaft. Besonders beeindruckend ist, wie das Volk innerhalb von zw&ouml;lf Jahren seine Meinung ge&auml;ndert hat. 1959 wurde das Frauenstimmrecht abgelehnt, 1971 wurde es &uuml;berzeugend angenommen. Was war in den zw&ouml;lf Jahren geschehen?<br /> <br />Das Werk fasziniert, weil das Leben und Wirken einer bedeutende Pers&ouml;nlichkeit lebendig wird und damit eine wichtige Phase der schweizerischen Politik. Elisabeth Blunschy war darauf bedacht, einiges im Land zu ver&auml;ndern und sich f&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen.<br /> <br />Dank der AKS wurden diese Buchreihe und das neuste Werk &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich.<br />Der Dank geht an den Pr&auml;sidenten der Stiftung, Urs Korner und die Mitglieder des Stiftungsrats, auch den Direktor Franz Peter, der den Vorsitz im Herausgeberteam f&uuml;hrt.<br />Dann geht der Dank an Urspeter Schelbert, der das Lektorat  besorgte und die Herstellung &uuml;berwachte.<br /> <br />Das Konzept dieser Reihe,  stellt eine Pers&ouml;nlichkeit in den Mittelpunkt, - im Falle der Victorinox war es ein Familienunternehmen - , eine Pers&ouml;nlichkeit, die schildert, wie sich die Innerschweiz in den letzten vierzig Jahren nationale Geltung verschaffen konnte, und zwar sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Fr&uuml;her hiess es etwa in protestantischen Kantonen: Was aus der Innerschweiz kommt, liest man nicht. (Catholica non leguntur) Die Innerschweiz wurde &uuml;bersehen. Das ist endg&uuml;ltig vorbei.<br /> <br />In der Werkreihe geht es nicht nur um die &auml;usseren, sichtbaren Ver&auml;nderungen. Die Buchreihe versucht die innere Str&ouml;mung, die unsere Gegend durchzieht, zu erfassen. Sie will dem Tiefenfluss auf den Grund kommen. Es ist, um mit einem Bild zu sprechen, wie beim Vierwaldst&auml;ttersee. Das Wasser der Reuss durchfliesst ihn bis nach Luzern, ohne dass der Ausfl&uuml;gler auf dem Dampfer dies wahrnimmt. &Auml;hnlich durchfliessen geistige Tiefenstr&ouml;mungen die Innerschweiz und ver&auml;ndern sie. Davon legt unsere Reihe lebendiges Zeugnis ab.<br /> <br />Es ist sehr aufregend zu beobachten, wie sich die Ausf&uuml;hrungen von Anton Rotzetter, des fr&uuml;heren Guardians des Kapuzinerklosters von Altdorf und des Schriftstellers Martin Stadler mit der vorliegenden Schrift der Politikerin ber&uuml;hren. Auch Elisabeth Blunschy schildert im Kapitel &laquo;Politische Erfahrungen auf dem Weg zum Frauenstimmrecht&raquo; die geistigen Umw&auml;lzungen, die sich seit den 60er Jahren ereignet haben.<br />Eine sch&ouml;ne Anekdote schildert, wie damals unterschiedliche Meinungen aufeinander prallten. Der Vereinsvorstand des Schweizerischen Frauenbundes, unter dem Pr&auml;sidium von Elisabeth Blunschy sollte eine Vernehmlassung zum Frauenstimmrecht  verfassen. Bischof Franziskus von Streng, der jeweils bei den Sitzungen als Ratgeber anwesend war, lehnte die Einf&uuml;hrung des Frauenstimmrechts ab. Der Vorstand bef&uuml;rwortete sie. &laquo;Dank g&uuml;tiger Vorsehung konnte Bischof von Streng wegen einer Terminkollision nicht kommen&raquo;, schreibt Elisabeth Blunschy. Und als sie dar&uuml;ber berichtet hat, nehme ich an, wird sie geschmunzelt haben. In solchen kleinen Episoden klingt der feine Humor an, der in dem Buch da und dort aufblitzt und die Lekt&uuml;re sehr vergn&uuml;glich und lustvoll macht.<br />(In ihrem Dankeswort kam sie auch ihren Mann zu sprechen. Beide studierten in Fribourg die Rechtswissenschaft. Ihr Mann habe jeweils gesagt: &laquo;In Freiburg habe ich die Recht studiert und dann heiratete ich die Rechte&raquo;).<br />In dem Werk erleben wir ein St&uuml;ck schweizerische Politik- und Ideengeschichte, sehr subtil und unaufgeregt geschildert. Elisabeth Blunschy beteiligte sich engagiert bei der &Uuml;berarbeitung des Zivilgesetzbuches. Es ging um das Adoptions-, das Kindes- und das Familienrecht. Ihre eigene Familiengeschichte beeinflusste das Denken der Juristin und Nationalr&auml;tin. Was in den neu zu gestaltenden Rechtsgebieten ver&auml;ndert werden sollte, war f&uuml;r Elisabeth selbstverst&auml;ndlich, denn die Eltern lebten die Gleichberechtigung von Mann und Frau vor. Mutter und Vater sprachen sich bei Familienfragen ab. Wobei die Mutter im Haus das Szepter f&uuml;hrte.<br />Erfahrungen, die man im Elternhaus aufnimmt, beeinflussen das Leben. Auch sie werden zu einem Grundstrom, der das Denken und Handeln tr&auml;gt. Goethe meinte einmal: &laquo;Was du ererbt von Deinen V&auml;tern hast, erwirb es, um es zu besitzen.&raquo; Und Elisabeth w&uuml;rde Goethe freilich sofort korrigiert und gesagt haben: &laquo;Was du ererbt von deinen Eltern hast &hellip;&raquo; Das Werk bescheinigt es. Die Eltern legten das Fundament ihres Denkens und Handels, und die Politikerin sowohl wie die Gattin und Mutter zehrten ein Leben lang davon. Ihrer Herkunft und sp&auml;ter der Partnerschaft ihres Mannes hat sie viel zu verdanken. Das schildert sie im vorliegenden Werk schn&ouml;rkellos und sachbezogen. Und gerade auch dies macht das Buch besonders sympathisch.<br /> <br />Heidy Gasser hat Ihnen aus dem Kapitel die &laquo;Nationalratspr&auml;sidentin&raquo; vorgelesen. Sie konnten daraus entnehmen, wie n&uuml;chtern, ehrlich und keineswegs ich-bezogen Elisabeth Blunschy diese wichtige Zeit ihres Lebens vergegenw&auml;rtigt. Der vorgelesene Text steht stellvertretend f&uuml;r Stil und Inhalt dieses Werkes, das stilistisch, trotz der eher unpoetischen Materie, meisterhaft geschrieben ist. Interessierten Lesern wird es viele Einsichten geben, und erst noch Lesevergn&uuml;gen verschaffen.<br /> <br />Ich erlaube mir eine kurze Passage aus meinem Roman &laquo;Gegengelesen. Ein politischer Bericht&raquo; vorzulesen. Es ist ein Roman, indem der Bundeshausredaktor Paul J&auml;ger u. a. &uuml;ber die Geschehnisse im Bundeshaus berichtet. J&auml;ger beschreibt, wie Elisbeth Blunschy den Nationalrat pr&auml;sidierte. Sie werden den Unterschied zwischen einem Tatsachenbericht und der fiktiven Schilderung in einem Roman, der sich mehr Freiheit erlauben darf, heraus h&ouml;ren.<br /> <br />Abschliessen m&ouml;chte ich meine W&uuml;rdigung mit einem Zitat. Ganz am Schluss im Kapitel &laquo;Ruhestand&raquo; schildert Elisabeth Blunschy, wie sie die Bundesakten in einem Zimmer neben dem grossen Saal untergebracht hat. Auch im Zimmer gibt es wie im Saal Malereien an der Wand. (Zitat): &laquo;N&uuml;chterne Gesetzestexte erfreuen sich jetzt an der Gesellschaft von Schmetterlingen, Blumengirlanden und Engeln, welche seit Jahrhunderten die W&auml;nde bev&ouml;lkern. Einerseits liebe ich klar formulierte Gesetze, welche unserem Leben Ordnung und Struktur verleihen. Andererseits brauche ich auch das Verspielte und Sch&ouml;ne, wie es in einem Blumengarten zum Ausdruck kommt.&raquo;  <br /> <br />Sie sehen, ein engagierter, sch&ouml;pferischer Mensch lebt vom Wechselspiel der Eindr&uuml;cke,  und auch von der Ambivalenz der eigenen Natur. Mit Bildern und Portr&auml;ts in den R&auml;umen des Hauses eins am Rathausplatz wird noch einmal die Familiengeschichte, die Elisabeth Blunschy-Steiner gepr&auml;gt hat, lebendig. Der Mensch ist in Geschichten verstrickt, und ohne Geschichten, kann man ihn nicht kennen. Durch die Lekt&uuml;re werden Sie also eine bedeutende Pers&ouml;nlichkeit besser kennen lernen. In das Werk fein eingesponnen finden Sie den Humor einer engagierten Frau. Sie schauen lustvoll ihrem politischen Tun zu, und werfen einen Blick hinter die Kulissen der politischen Macht.<br /> <br />Laudatio anl&auml;sslich der Buchvernissage am 7. Juli im Schwyzer Rathaus<br />Es handelte sich um das 5. Buch in der Reihe &laquo;Innerschweiz auf dem Weg ins Heute. Ein Leben f&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit&raquo; Buchreihe der Albert Koechlin Stiftung.]]></content:encoded></item><item><title>Ein kleiner Beitrag zur Abstimmung am Sonntag</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2009-12-01T12:41:14+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/0b22621b0be0ed7f1b4a008a196221af-14.html#unique-entry-id-14</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/0b22621b0be0ed7f1b4a008a196221af-14.html#unique-entry-id-14</guid><content:encoded><![CDATA[Die Geschichte wiederholt sich, einfach ein wenig anders, aber im gleichen Geist. Hugo Loetscher ist gestorben. In seinem Werk &laquo;War meine Zeit &ndash; meine Zeit&raquo;, das der Autor noch der &laquo;Pro Helvetia&raquo; vor seinem Tod f&uuml;r die Gew&auml;hrung eines Werkjahrs verdankte, schreibt er auf Seite 132: &laquo;Es war die R&uuml;ckkehr in eine Stadt, in der &uuml;ber den Bau einer Moschee gestritten wurde: &lsaquo;Moschee schon, aber kein Minarett&rsaquo;: Das erinnerte mich an die Hochzeit meiner Schwester. Als Katholikin nahm sie einen Protestanten zum Mann. Eine einzige katholische Kirche in der Stadt willigte ein, eine solche Mischehe zu trauen. Wir standen vor der Kirche. Ich dr&auml;ngte. Meines Schwester beruhigte mich: &lsaquo;Bis es l&auml;utet&rsaquo;. Die Kirche selbst l&auml;utete nicht. Beim Bau der Kirche war ein Turm gestattet worden, aber keine Glocken. Hingegen war die benachbarte protestantische Kirche bereit, bei katholischen Feierlichkeiten zu l&auml;uten. Auf dieses christnachbarschaftliche Gel&auml;ut warteten wir.&raquo;]]></content:encoded></item><item><title>Methoden sind das&#x21;</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2008-04-03T11:04:58+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/2dac8596f4e204adb991d8cacfd3b9c5-13.html#unique-entry-id-13</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/2dac8596f4e204adb991d8cacfd3b9c5-13.html#unique-entry-id-13</guid><content:encoded><![CDATA[Die Art wie die F&uuml;hrungscrew der SVP mit Bundesr&auml;tin Eveline Widmer-Schlumpf umgeht, gibt eine Ahnung, wie sie mit Menschen umgehen w&uuml;rde, die ihr nicht in den Kram passen, wenn sie umfassende Macht h&auml;tte. Da werden Termine gesetzt, Ultimaten ausgesprochen, heftigster Druck ausge&uuml;bt, und dies auf eine demokratisch gew&auml;hlte Bundesr&auml;tin. Der Dokumentarfilm, auf den sie sich dabei st&uuml;tzt, war ein schwaches, rasches Produkt des Fernsehens. Jeder und jede, die wissen wollten, dass Frau Widmer-Schlumpf keinen Komplott mit irgendwelchen Strippenziehern geschmiedet hatte, konnte dies bereits am Tag der Wahl vernehmen. Die Bundesr&auml;tin hat sich dazu unmissverst&auml;ndlich ge&auml;ussert. Sind die Aufgeregten glaubw&uuml;rdiger als eine Frau, die ruhig und sachlich ihr Amt versieht? Es w&auml;re an der Zeit, dass alt Bundesrat Christoph Blocher ein Machtwort sprechen w&uuml;rde, damit dieses unw&uuml;rdige Dreinschlagen endlich aufh&ouml;rte. Damit k&ouml;nnte er wieder etwas Achtung zur&uuml;ckgewinnen. Offenbar aber dreht sich im Zornkollektiv der SVP der Kreisel der Emp&ouml;rung. Dabei m&ouml;chten wir doch so gerne wissen, worin die angek&uuml;ndigte Opposition der Partei besteht.]]></content:encoded></item><item><title>Zur Wahl der neuen Bundesr&#xe4;tin</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2007-12-22T11:03:50+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/13f9dca4c215df68ba55f4989262743f-12.html#unique-entry-id-12</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/13f9dca4c215df68ba55f4989262743f-12.html#unique-entry-id-12</guid><content:encoded><![CDATA[Der beste Bundesrat &ndash; einige &uuml;bersteigerten sich, indem sie sogar vom bedeutendsten aller Zeiten redeten &ndash;, sei schm&auml;hlich abgew&auml;hlt worden. Peter Spuhler ereiferte sich, indem er sagte, man sollte sieben Blochers im Bundesrat haben. Da fragt man sich nur: &laquo;Was dann?&raquo; Eveline Widmer-Schlumpf ist korrekt gew&auml;hlt worden. Ich m&ouml;chte einfach allen, die von Verrat und weiss nicht was allem reden, zu bedenken geben, dass sie dereinst, wenn sich diese Frau als Bundesr&auml;tin bew&auml;hrt hat und ein Glanzlicht der SVP ist, nicht mit Parteistolz auf sie hinweisen und sagen: &laquo;Seht nur, was wir f&uuml;r Frauen haben!&raquo; Als Lilian Uchtenhagen, die nicht in die Reihe der damaligen dunklen M&auml;nner gepasst hatte, in einer Nacht und Nebelaktion Otto Stich vor die Nase gesetzt worden war, kam es zu schweizweitem Wehklagen. Die Sozialdemokraten drohten mit Opposition. Sp&auml;ter hielten sie sich an ihren Bundesrat und stilisierten ihn zum Aush&auml;ngeschild der Partei.]]></content:encoded></item><item><title>Die Frage des Stils</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2007-10-27T11:00:38+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/dc4bf5d0f78b9600e1dfc6a4d3def10c-11.html#unique-entry-id-11</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/dc4bf5d0f78b9600e1dfc6a4d3def10c-11.html#unique-entry-id-11</guid><content:encoded><![CDATA[Sonja A. Buholzer bemerkt in ihrer Kolumne (NLZ vom 27. Oktober 2007) zum politischen Stil im Zusammenhang mit den Wahlen: &laquo;Stil ist zeitlos, nachhaltig, die Folgen der Stillosigkeit meist irreparabel.&raquo; Mir scheint es dringlich zu sein, den hinter uns liegenden Wahlkampf qualitativ und nicht bloss nur quantitativ aufzuarbeiten. Sonja A. Buholzer hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Sie schreibt unter anderem, dass der Wahlkampf mit &laquo;Politpossen, die an Stillosigkeit und Hass kaum zu &uuml;berbieten&raquo; gewesen seien, das Klima vergiftet habe. Zahlreiche Politiker und Journalisten verdr&auml;ngen die Folgen von Stillosigkeit und betrachten sie als bedeutungslos. Warum aber wird der Stil kaum hinterfragt? Warum gehen die Wahlbeobachter so schnell zur Tagesordnung &uuml;ber? Der Grund mag wohl darin zu suchen sein, dass sie nicht zu erkennen verm&ouml;gen, dass Stil auch Inhalt ist. Die Diskussionen &uuml;ber das Schwarzen Schaf und dessen Darstellung auf dem Plakat zum Beispiel ist Inhalt. Das Plakat h&auml;mmert ein und grenzt aus. Es versucht das Schwarze Schafe ver&auml;chtlich zu machen. Daraus entsteht irreparabler Hass. Bei einem Kunstwerk, aber auch bei Propaganda und Werbung lassen sich Form und Inhalt nicht trennen. Der Inhalt sucht eine Form. Die plakative Darstellungsweise ermuntert alsdann zu undifferenzierter Handlung. Bildlich gesagt, den Schlaghammer in die Hand zu nehmen. Der Krieg beginnt mit Worten. Pr&auml;sident G. W. Bush musste das Volk verbal einseifen und mit ausdr&uuml;cklichen L&uuml;gen f&uuml;r den Krieg im Irak vorbereiten.]]></content:encoded></item><item><title>Wallfahrt des Protestes</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2007-08-16T10:59:46+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/fff7a7c81fc1c37732cbc5756d74c9bb-10.html#unique-entry-id-10</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/fff7a7c81fc1c37732cbc5756d74c9bb-10.html#unique-entry-id-10</guid><content:encoded><![CDATA[Die Wallfahrt des Protestes richtete sich gegen &laquo;Beleidigungen und Schm&auml;hungen, welche durch die Neuinszenierung des Einsiedler Welttheaters Gott und der Jungefrau Maria zugef&uuml;gt werden.&raquo; Dies behaupteten die traditionalistischen Kreise, die mit Fahnen und Gebeten nach Einsiedeln zogen. Mir ist dieser Protest unverst&auml;ndlich. Thomas H&uuml;rlimann hat ein zeitgem&auml;sses St&uuml;ck geschrieben, und Volker Hesse hat dieses St&uuml;ck brillant, spannend und bilderreich auf den Einsiedler Klosterplatz &ndash; mit sehr engagierten Laien &ndash; gebracht. Das St&uuml;ck wirft Fragen auf, die ich nicht als Schm&auml;hungen verstanden habe. Es sind unbequeme Fragen gewiss, Fragen, die sich dem hellen Verstand angesichts der Gr&auml;uel und Katastrophen und der Ungerechtigkeiten jeden Tag neu stellen. Dass traditionalistische Kreise diese Fragen nicht aushalten und lieber vorgegebene Antworten h&ouml;ren, verwundert mich nicht. Wer aber ein St&uuml;ck auf dem Klosterplatz haben will, das nur Antworten gibt, sollte auf Schriftsteller und Regisseure von Format verzichten. Das St&uuml;ck ist auch nicht d&uuml;ster und hoffnungslos, wie der Abt geschrieben hat. Es schildert die zeitgem&auml;sse Befindlichkeit des Menschen. In der Enge des Jammertals, wie in der Kirche gesungen wird, &ouml;ffnet sich am Ende des St&uuml;cks die Klosterpforte. Sie will einen Hinweis geben, dass es eine Hoffnung gibt. Der geschundene, der todgeweihte Mensch, der Reiche wie der Arme, der Dorfk&ouml;nig wie die Sch&ouml;nheit, kommen ohne Transzendenz, ohne die Erfahrung, dass der Mensch die Grenzen des subjektiven Daseins in einer Sinnrichtung &uuml;berschreiten muss, nicht aus. Aber Transzendenz ist nicht von oben verf&uuml;gbar. Thomas H&uuml;rlimann zeigt drastisch, wie der Mensch heute auf sich zur&uuml;ckgeworfen ist und wie er darin das eigene Ungen&uuml;gen erf&auml;hrt. Ohne diese Geworfenheit br&auml;uchte der Mensch keine Gedanken an das Leben nach Tod zu verschwenden.]]></content:encoded></item><item><title>Ich mache mir keine Illusionen</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-09-05T10:59:01+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/99341f51d3899ab2e53ead90e93d7f6f-9.html#unique-entry-id-9</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/99341f51d3899ab2e53ead90e93d7f6f-9.html#unique-entry-id-9</guid><content:encoded><![CDATA[Das Schlagwort: &laquo;Missbrauch bek&auml;mpfen&raquo; spricht jeden an, auch mich. Wie sollte man Missbr&auml;uche tolerieren? Was aber das Schlagwort im Zusammenhang mit dem neuen Asylgesetz meint, ist nur mit einem hohen Preis zu haben. Vielleicht baut die Schweiz dann bald neue Haftanstalten, um schon minderj&auml;hrige Ausl&auml;nder ohne Papiere neun Monate in Haft zu nehmen, ja ganze Familien. Was macht ein Staat mit Menschen, die er einfach auf die Strasse stellt, weil sie sich innert zwei Tagen nicht ausweisen k&ouml;nnen? Wo tauchen sie unter und wo tauchen sie auf? Als Diebe, als Dealer, als Kriminelle, als Leute, die sich ihr t&auml;gliches Brot stehlen m&uuml;ssen? Was kostet uns die Bek&auml;mpfung einer solchen vom Staat gef&ouml;rderten Kriminalit&auml;t?<br /><br />An humane Gef&uuml;hle m&ouml;chte ich nicht appellieren. Die prallen ab. Aber wenn Urs Hadorn, jahrelang Chef des Fl&uuml;chtlingsamts, zu bedenken gibt, dass die neu geplanten Massnahmen wenig effizient, weitgehend wirkungslos und unverh&auml;ltnism&auml;ssig seien, so sollten kostenbewusste Schweizer schon ein bisschen Vernunft annehmen. Es bleibt nur Kopfsch&uuml;tteln, dass die Allianz, die sich b&uuml;rgerlich nennt, den Kopf verliert und nicht mehr an die Kosten denkt und an die Folgen. Ich hege nicht die Illusion, dass das Gesetz abgelehnt wird, ich gebe mich aber auch nicht der Illusion hin, dass es viel Wirkung erzielt. Was ich aber weiss: Es verdirbt das Klima in unserem Land noch mehr. Es l&auml;sst dieses sch&ouml;ne Land kleinlich und h&auml;sslich aussehen. Es st&ouml;sst die T&uuml;ren f&uuml;r Beamten- und Fremdenpolizeiwillk&uuml;r weit auf. Und dagegen m&uuml;ssen sich echt liberale Menschen zur Wehr setzen, Menschen, wie Lukas Niederberger vom Lasalle-Haus, der seine Erfahrung in die Waagschale werfen kann, wie Markus Rauh, ein Spitzenmann der Wirtschaft, der Beh&ouml;rden- und Beamtenwillk&uuml;r auf die Barrikade gegen das neue Asylgesetz gebracht hat. Ich pflichte ihnen bei und hoffe, dass sie viele Nein-Stimmen versammeln k&ouml;nnen.]]></content:encoded></item><item><title>SVP k&#xe4;mpft gegen die Gutmenschen</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-07-28T10:58:06+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/57b762f4401901c5351a9102f4046d4b-8.html#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/57b762f4401901c5351a9102f4046d4b-8.html#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[Ueli Maurer behauptet, der Abstimmungskampf zum Asyl- und Ausl&auml;ndergesetz spiele sich zwischen Realit&auml;t und &laquo;Gutmenschen&raquo; ab. Ist Markus Rauh ein &laquo;Gutmensch&raquo;, sind alle, die gegen dieses Gesetz argumentieren, so leicht und s&uuml;ffisant in eine Ecke abzuschieben, wie das der SVP Pr&auml;sident macht? Die Realit&auml;t ist doch wohl etwas komplexer als simple Schlagworte einer Partei. Ueli Heiniger sagt in einem Interview: &laquo;Das schwarz-weiss Denken, das manchmal auch in den Medien vorherrscht, war nie mein Menschenbild. Und wenn jetzt der &lsaquo;Gutmensch&rsaquo; in PR-Aktionen als Feindbild aufgebaut werden soll, muss ich nur lachen&raquo; (NLZ). Man muss Heiniger Recht geben. Es ist l&auml;cherlich, aber vielleicht nicht zum Lachen. Der Gegensatz zum &laquo;Gutmenschen&raquo; ist nicht Realit&auml;t, sondern &laquo;B&ouml;smensch&raquo;. Aber es f&auml;llt ja niemandem ein, einen Bef&uuml;rworter des Asylgesetzes als &laquo;B&ouml;smensch&raquo; zu verurteilen.]]></content:encoded></item><item><title>&#xab;Blocher bewegt die Schweiz&#xbb;</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-04-28T10:57:08+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/4838251b3ffc037c85c6ea16ea6923ee-7.html#unique-entry-id-7</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/4838251b3ffc037c85c6ea16ea6923ee-7.html#unique-entry-id-7</guid><content:encoded><![CDATA[Auf Plakaten im Kanton Zug schreibt die kantonale SVP &laquo;Blocher bewegt die Schweiz&raquo;. Nun hat er zweifellos etwas Wind in die schweizerische Politik gebracht, aber keineswegs in eine Richtung, die uns stolz machen k&ouml;nnte. Das neue Asylgesetz mit der fremdenfeindlichen Grundstimmung ist gar unmenschlich und verachtet die humanit&auml;re Tradition unseres Landes. Auch beim Swisscom Entscheid des Bundesrates, mit Blochers Empfehlung einer Volksaktie, glaubte er mit populistischen Versprechungen die Menschen zu k&ouml;dern. Seit Blocher im Bundesrat ist, entwickelt sich unser Land noch mehr zu einer Schweiz AG. Diese beruht auf einem Staatsverst&auml;ndnis, das die Schweiz retour bewegt. Wenn die SVP stolz auf diese Art der Bewegung ist, m&uuml;sste sie einfachen Menschen erkl&auml;ren, was das f&uuml;r sie und unser Land bedeutet. Vielleicht bleibt wie in anderen L&auml;ndern auch bei uns bald der Dreck auf den Strassen und Pl&auml;tzen liegen.]]></content:encoded></item><item><title>Die B&#xfc;rgergemeinde ist nicht die letzte Beurteilungsinstanz</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-03-30T16:58:36+02:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/75c9f5b4a4adcd794d12502d9c0470ef-5.html#unique-entry-id-5</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/75c9f5b4a4adcd794d12502d9c0470ef-5.html#unique-entry-id-5</guid><content:encoded><![CDATA[&laquo;SVP-Merz erlitt eine Niederlage&raquo;, Neue ZZ vom 28. M&auml;rz<br /><br />Dass B&uuml;rger von Unter&auml;geri die 14 Einb&uuml;rgerungsgesuche gutgeheissen haben, beruht wohl auf der Tatsache, dass Ernst J. Merz mit seinem Verschiebungsantrag nicht zu &uuml;berzeugen vermochte. Sein Argument, die Befolgung der Weisung des Regierungsrates, dass bei Einb&uuml;rgerungen das Urteil des Bundesgerichts zu befolgen sei, bedeute eine Bevormundung des B&uuml;rgers, ist nicht stichhaltig. Wenn er behauptet, die B&uuml;rgergemeinde sei die letzte Instanz, dar&uuml;ber gebe es keine andere, so ist das falsch.<br />Selbst der Kantonsrat k&ouml;nnte eine Einb&uuml;rgerung noch ablehnen, was schon geschehen ist. Die Ausf&uuml;hrungen von Ernst J. Merz beruhen auf einem falschen Demokratieverst&auml;ndnis. Die oberste Autorit&auml;t im Staat sind Verfassung und Gesetz und nicht &ndash; im Falle der Einb&uuml;rgerung &ndash; die B&uuml;rgergemeinde. Wenn ein Einb&uuml;rgerungsentscheid nicht den Vorgaben entspricht, kann ihn die Rekursinstanz und letztlich das Bundesgericht aufheben.<br /><br />Es sind F&auml;lle &ndash; auch im Kanton Zug &ndash; bekannt, wo das Bundesgericht einen Entscheid eines B&uuml;rgerrates aufgehoben hat. Wenn Verfassung und Gesetz, die sich das Volk letztlich selber gegeben haben, die h&ouml;chste Autorit&auml;t im Staate darstellen, dann braucht es auch ein unverd&auml;chtiges h&ouml;chstes Gericht, das im Namen dieser Rechtsautorit&auml;t zu entscheiden befugt ist. Da kann Ernst J. Merz alle H&auml;nde verwerfen und ausrufen: &laquo;Wehret den Anf&auml;ngen &ndash; deshalb H&auml;nde weg von unseren Volksrechten!&raquo;, es bleibt bedeutungslos.<br /><br />Man m&uuml;sste den Gedankengang von Emst J. Merz zu Ende denken, dann w&uuml;rde man erkennen, dass sein Demokratieverst&auml;ndnis nicht richtig sein, ja in eine Richtung f&uuml;hren kann, die sogar f&uuml;r die Demokratie gef&auml;hrlich ist.]]></content:encoded></item><item><title>Der Bundesbrief ist nicht verk&#xe4;uflich</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-03-16T16:43:07+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/6b0e3324abcf38a3e81dec28107d2bef-4.html#unique-entry-id-4</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/6b0e3324abcf38a3e81dec28107d2bef-4.html#unique-entry-id-4</guid><content:encoded><![CDATA[Dass Politiker selbst auf h&ouml;chster Ebene des Staates immer wieder zu Schabernack neigen, haben diese Woche Nationalrat M&ouml;rgeli und Kompagnie bewiesen. Sie wollen den Bundesbrief f&uuml;r eine l&auml;cherliche Million kaufen. F&uuml;r einen Picasso w&uuml;rde man wohl 150 Millionen bieten. Dieses Angebot f&uuml;r den Bundesbrief belegt, wie wenig er dem Z&uuml;richer Historiker und der angeblichen Stiftung wert ist. Es war zum vorneherein klar, dass der Bundesbrief nicht zu kaufen ist. Aber es ging ja nur um eine Politikshow, und dass da auch Schyzer Nationalr&auml;te mitmachen, erstaunt, selbst wenn sie vorgeben, sie seien besorgt, dass der Brief f&uuml;r eine Ausstellung ins Ausland ausgeliehen w&uuml;rde. Sch&ouml;n eigentlich, dass man in Amerika zur Kenntnis nimmt, dass der Anfang unserer Demokratie sich auf ein uraltes Dokument st&uuml;tzen kann, das in Schwyz sorgsam aufbewahrt wird. Die Aktion w&auml;re nicht einen Leserbrief wert, wenn &uuml;ber diese Art des Politikspektakels nicht der Hals w&uuml;rgen w&uuml;rde. Also geben wir besser heraus, was im Hals sonst stecken bleibt.]]></content:encoded></item><item><title>Prezz&#xe9;molo in tutto und ein Bankett mit George W. Bush</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-02-28T16:30:40+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/6d3ccc16330b6b7864177fdb43d8df61-3.html#unique-entry-id-3</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/6d3ccc16330b6b7864177fdb43d8df61-3.html#unique-entry-id-3</guid><content:encoded><![CDATA[In Palanza, am lago maggiore, bestellte ich eine Minestrone. Der Wirt bediente h&ouml;chst pers&ouml;nlich. Ich brachte die Sprache auf Berlusconi. &laquo;Lui&raquo;, der Wirt stoppte f&uuml;r einen Augenblick und meinte dann: &laquo;Prezz&eacute;molo in tutto&raquo;, drehte die Finger, als ob er Petersilie zerreiben wollte, um sie &uuml;ber die Minestrone zu streuen. Das war ein starkes Bild. Der Staatspr&auml;sident hat die Finger in allem, auch in einer dicken Suppe, in einem Mischmasch von allerlei Gem&uuml;se. Petersilie ist fast auf allen Gerichten!<br /><br />Am gleichen Tag las in &laquo;La Stampa&raquo;, der Cavaliere habe vierzig Tage vor den Wahlen mit George W. Bush getafelt. Die G&auml;ste h&auml;tten dabei Eintrittskarten von Tausend bis zu Hunderttausend Dollar bezahlt. Wer in H&auml;ndedruckn&auml;he zum Pr&auml;sidenten sass, bezahlte den h&ouml;chsten Preis. So eine Eintrittskarte muss sich auszahlen!<br /><br />Die Korruption spielt sich vor aller Welt ab, ungeniert und schamlos. Kein Wunder, dass Politik auf h&ouml;chster Ebene zum G&ouml;tzendienst verkommen ist, dass Staatspr&auml;sidenten vormachen, wie man um das goldene Kalb tanzt.<br />]]></content:encoded></item><item><title>Verd&#xe4;chtige Wortwahl</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-01-31T16:29:48+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/cea856ab63f1a1418eab4cf310436c49-2.html#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/cea856ab63f1a1418eab4cf310436c49-2.html#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[Leserbrief vom 31.01.2006 in der Neuen Luzerner Zeitung<br /><br />Nein, hier soll nicht auch noch zur B&uuml;ttenrede des Luzerner Regierungsrat, Daniel B&uuml;hlmann, Stellung genommen werden. Sie war nicht verd&auml;chtig, sondern klar, h&ouml;chstens sind es die Ausreden. Mir kam bei der Lekt&uuml;re des Berichts &uuml;ber den M&auml;nnerabend wieder einmal das Wort in den Sinn: &laquo;Wie soll ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht h&ouml;re, was ich sage.&raquo; Mir geht es vielmehr um das Unwort des Jahres: &laquo;Entlassungsproduktivit&auml;t&raquo;. Das ist wirklich ein verd&auml;chtiges Wort, das Vielerlei verschleiert. Produktiv k&ouml;nnen die Entlassungen f&uuml;r die Shareholder sein. Die Aktien steigen. Es verschleiert aber, dass die Entlassungen volkwirtschaftlich sch&auml;dliche Folgen f&uuml;r die Arbeitslosenkasse nach sich ziehen und damit den Staat belasten. Ebenfalls belastet es &uuml;berm&auml;ssig diejenigen, die den Arbeitsplatz behalten und zieht den fr&uuml;hzeitigen Abbau der Arbeitskapazit&auml;t des Personals nach sich. Es schw&auml;cht auf die Dauer die Motivation und f&ouml;rdert die Ellbogengesellschaft am Arbeitsplatz. &laquo;Entlassungsproduktivit&auml;t&raquo; ist ein Wort, das einen komplexen Vorgang verdunkelt und ihn nur aus einer Optik des Kapitals beleuchtet. Es wurde in Deutschland zurecht als Unwort des Jahres erkoren.]]></content:encoded></item><item><title>Zweifel am selbstverantwortlichen Handeln</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2006-01-05T16:27:30+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/565cb93e7763e3a7ed2198c45399d1b2-1.html#unique-entry-id-1</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/565cb93e7763e3a7ed2198c45399d1b2-1.html#unique-entry-id-1</guid><content:encoded><![CDATA[Zum Interview: &laquo;Andere Staaten &uuml;berholen uns&raquo;, vom 4. Januar in der NLZ<br /><br />Werner Steinegger, Pr&auml;sident der Zentralschweizerischen Handelskammer, beklagt die Vielzahl der Regulierungen und glaubt, der liberal gesinnte Mensch &uuml;bernehme von sich aus Selbstverantwortung. Das trifft individuell und auf sich selbst bezogen meistens zu, denn er orientiert sich an seinem eigenen Nutzen. Er w&uuml;rde aber kaum solidarisch handeln, wenn er nicht dazu gezwungen w&uuml;rde, sicher nicht in dem Mass, damit eine einigermassen gerechte Gesellschaft organisiert werden k&ouml;nnte. So paradox es ist: Je mehr Deregulierung, desto mehr Regulierung durch den Staat. Denn der Staat und nicht der Private organsiert die &ouml;ffentliche Verantwortung. Will der Staat sichern, dass eine von ihm unabh&auml;ngige Swisscom die &ouml;ffentliche Versorgung aller Regionen des Landes sicherstellt, braucht es klare Regeln, es braucht Aufsichtsorgane und Kontrolleure. Moritz Leuenberger hat in einer Rede (19. Mai 2005) ausgef&uuml;hrt: &laquo;Die Liberalisierung von Post, Telekommunikation und Eisenbahn, also die Gew&auml;hrung der Freiheit an andere Marktteilnehmer, im bisherigen Monopolbereich mitzuwirken, hat in allen F&auml;llen zu Regulierungen und zu neuen staatlichen Stellen gef&uuml;hrt, welche den Markt kontrollieren. Mein Departement ist durch die Liberalisierung gr&ouml;sser geworden.&raquo; Die Frage im Interview: &laquo;Denken Sie, dass die Unternehmen freiwillig Schadstoffe reduzieren w&uuml;rden?&raquo;, wurde von Werner Steinegger, wenn er suggeriert, dies sei freiwillig geschehen, nicht glaubw&uuml;rdig beantwortet. Wer zur&uuml;ckblendet, weiss, wieviel Druck es von Seiten des Staates brauchte, damit die Schadstoff-Emission reduziert wurden. Ich glaube in der Tat, dass eine grunds&auml;tzliche Debatte &uuml;ber das Verh&auml;ltnis Staat und Marktwirtschaft gef&uuml;hrt werden m&uuml;sste. Im Mittelpunkt m&uuml;sste die Frage stehen: Wie organisiert wer die Verantwortung, damit nicht eine ungerechte und unsolidarische Gesellschaft entsteht? Eine unsolidarische Gesellschaft aber w&auml;re eine schwere Hypothek f&uuml;r die Kr&auml;fte der freien Marktwirtschaft. Sie w&uuml;rde sch&auml;dliche soziale Spannungen schaffen (siehe Anz&uuml;nden von Autos in Frankreich).]]></content:encoded></item><item><title>Blocher auf dem Gurten</title><dc:creator>info@andreas-iten.ch</dc:creator><category>Gedanken</category><dc:date>2005-12-20T16:21:07+01:00</dc:date><link>http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/f7364ec3d3c50026fddbbf99a695bf84-0.html#unique-entry-id-0</link><guid isPermaLink="true">http://www.andreas-iten.ch/gedanken/files/f7364ec3d3c50026fddbbf99a695bf84-0.html#unique-entry-id-0</guid><content:encoded><![CDATA[(leicht ge&auml;ndert)<br /><br />Es steht ganz in der Tradition der schweizerischen Eidgenossenschaft, dass der Prophet auf den Berg geht, um sich selbst zu loben und seine Verdienste zu r&uuml;hmen. Du sollst das Licht nicht unter den Scheffel stellen. Damit erreicht die eidgen&ouml;ssische Politik eine biblische Dimension. Es ist also das Zeitalter des politischen Selbstlobs angesagt. Und wenn noch suggeriert wird, im Bundesrat herrsche das reinste Einvernehmen und es gebe keine Spannungen, dann ist das im Licht der politischen Bilanz (auf dem Gurten) sehr erfreulich. Wir haben besinnliche Weihnachten nach all den Querelen. Ich hoffe auf weisse Weihnachten.<br /><br />P. S.: Ich w&uuml;nsche ein gutes neues Jahr und den bundesr&auml;tlichen Frieden auf Erden!]]></content:encoded></item></channel>
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