Aus der Dämmerung

Aus dem Urgrund der Welt
dämmert der neue Tag.
Noch liegen die Gipfel,
die Zacken im Schatten.
Ein blauer, lichter Streifen
erscheint hinter ihnen.
Der Tag hellt auf, rötlich
schon schimmert die Stelle
wo die Sonne sich rüstet
zur Geburt der Erde
aus dem Dunkel der Nacht.
Stumm staunend der Mensch,
der seine Kleinheit spürt.
Wer nicht demütig ist,
wird nicht heiter am Tag.
Der Genuss seiner selbst
bringt kein Licht.
Teil nur, ist der Mensch
in der unendlichen Welt, in der
Tiefe des Sternenhimmels,
in der Zeit, die keine Zeit ist.
Gezwungen Sinn zu suchen
im geschenkten Leben,
in Distanz zur Zeit als
Teil der Natur. Wer bist du,
Mensch, wenn du glaubst,
du lebtest aus dir selbst?
21. Oktober 2015