Vaters Hahn

Stolz stellt Vater den
Hahn auf den Küchentisch.
Wie schön er doch sei
mit dem bunten Sichelschwanz.
Erzählt, wie er ihn
gekauft zu gutem Preis.
Zärtlich gleitet die Hand
über die Federn, den
erregten feuerroten Kamm,
die Kinnlappen. Kräftig
der Sporn.Ein grossartiger
Regent im Hühnerhof.
Hätte Vater den Hahn
von Giambologna im
Museo Bargello gesehen,
er hätte ihn höher
geschätzt als David
und Bacchus mit
dem Weinkelch in der Hand,
dem verspielten Pan
im Rücken, von
Michelangelo gemeisselt.
13. Juni 2017