Jesus von Nazareth

Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger hat ein Buch geschrieben über «Jesus von Nazareth». Die Ergebnisse der historisch-kritischen Geschichtsforschung wendet er nur selektiv an. Er akzeptiert im Grunde die moderne Jesusforschung nicht. Das führt zu einer Christologie von oben. Das Buch dürfte nicht den Titel: «Jesus von Nazareth» tragen, sondern müsste «Jesus Christus» heissen. Schon die Evangelien waren Theologie. Die nicht genehmen (Judas und Thomas Evangelium) hatten die Aufnahme in den Kanon der römisch-katholischen Kirche nie geschafft. Wie also soll man Ratzingers Buch lesen?

Gealterte Hoffnung

Der grosse Literaturgelehrte und Schriftsteller Hans Mayer prägte in einem Interview das Wort «gealterte Hoffnung». Ein Blick Richtung dem Rom von Benedikt XVI. lässt meine katholische Hoffnung alt werden. Aber angesichts der konservativen Bewegung altert auch meine Hoffnung auf eine offene und liberale Schweiz.

Die Meinung kundtun

Oft wird gesagt, ein Politiker, der zurückgetreten sei, soll besser schweigen. Das ist ein gutgemeinter Ratschlag. Aber auch nach seiner Demission bleibt er mit Sicherheit ein engagierter Staatsbürger. Es gibt Vorfälle, die die Selbstachtung verletzen. Sie kann oft nur durch ein treffendes öffentliches Wort geheilt werden.

Leserbrief

Du schreibst einen Leserbrief und erhältst anschliessend anonyme Zuschriften. Dahinter zeigt sich kein Gesicht, es verrät sich kein Name. Soviel Zivilcourage müsste einer doch aufbringen, zumal ich als Leserbriefschreiber nicht beisse.