Fremdes Geld ausgeben

Ich verliess gerade das Café de Ville in Luzern, als zwei Herren, nach meiner Einschätzung Geschäftsleute, über die Treppe hoch kamen. Der eine sagte zum andern erbost: «Diese Fritze von Pro …, die fremdes Geld verteilen, sind doch …». Im raschen Vorübergehen konnte ich nicht genau vernehmen, um was es sich genau handelte. Aber eben um Fritze, die fremdes Geld verteilen. Ich überlegte mir: «Geben Geschäftsleute, die viele Angestellte für sich arbeiten lassen, nicht auch fremdes Geld aus? Und wie ist es mit den hohen Salären von Managern und den unglaublichen Börsengewinnen? Was ist eigenes Geld?»

Kulturpolitik

Die SVP verabschiedete ein Positionspapier zur Kulturpolitik und prangert darin den linken Filz in den Vergabegremien der Filmförderung an. Die SP plustert sich als Kulturpartei auf und verlangt mehr staatliche Unterstützung. Beide Parteien meinen: Kultur müsse nützlich sein. Sie habe dem Land zu dienen. Sie begründen ihre Position unterschiedlich. Urs Widmer sagte einmal: «Dichter sind wie Regenwürmer, sie lockern das Plattgedrückte auf.» Welche Partei lockert nun das Plattgedrückte besser auf? Oder sind alle, die das Plattgedrückte auflockern, Linke? Kultur soll nicht instrumentalisiert werden, vielmehr soll sie gesellschaftlichen Humus bilden und Biotope möglich machen.
Mein nächste Kolumne trägt den Titel: «Dichter sind wie Regenwürmer» und befasst sich mit Kulturpolitik.

Belpaese und Bonsai

«La Republicca» bringt regelmässig kleine Pfefferkörner unter dem Titel «Belpaese» und «Bonsai». In Belpaese glossiert die Zeitung Ereignisse, die Italiener, meistens Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, charakterisieren. Da wird gestichelt und mit leiser Ironie auf Widersprüchlichkeiten und Eitelkeiten hingewiesen. In «Bonsai» wird ein Zwergbäumchen zu einer Eiche, eine Mücke zu einem Elefanten, ein Wicht zu einem Held. Parteiengezänk charakterisiert auch bei uns das schöne Land, Belpaese, wie das Beispiel der Kulturpolitik zeigt.

Dank SonntagsBlick von 28. Januar

Noch eine schöne Meldung, die zu denken gibt: «Bühlmann sagte, er sei in Geschäfte mit dunklen Typen geraten und brauche Geld.» So die Aussage des Mannes, der dem Luzerner Finanzdirektor Geld geliehen hat und ihn dann betreiben musste, weil Bühlmann stumm blieb, als er ihm anrief, SMS schickte und per Fax drohte, er werde ihn betreiben. Das gibt mir in der Affäre mehr zu denken, als die Betreibung selbst. Dunkle Typen! Wer können sie sein? Mit welchen dunklen Typen gibt sich da der Finanzdirektor ab und macht Schulden?

Politischer Klatsch

Es ist doch gut, dass uns der «SonntagsBlick» berichtet, dass beim «Ospeli», einem Vorfasnachtsevent in Basel 350 Besucher von Marcel Ospel begrüsst werden konnten, darunter auch Christoph und Silvia Blocher. Ich habe schon vor Cortis Aussagen gedacht, die Banken hätten die Swissair vor dem Untergang retten können. Sie scheffeln doch Milliarden an Reserven auf die hohe Kante. Nun erweist offenbar auch die hohe Politik dem CEO der UBS die Ehre. Sollen uns ja nicht immer vom Filz der Andern reden!